Das weltweit größte Volksfest wird jedes Jahr in München gefeiert, das Oktoberfest. Und eigentlich möchte man meinen, dass man sich dort in Sachen Tracht auskennt. Stimmt teilweise auch. So manch Modesünde treffen wir allerdings trotzdem immer wieder an. Doch wie sieht sie aus, die perfekte bajuwarische Festzeltgarderobe des Herren? Gleich vorneweg: Die Tennissocken zum Haferlschuh und das Sweatshirt mit Logo drauf, dürfen bitte im Schrank bleiben. Das mag höchstens bei denjenigen Mädels ankommen, die selbst in Leggings zum Dirndl erscheinen. Wichtigste Regel also vorab: Tradition von Kopf bis Fuß! Oder ab ins Hofbräu-Festzelt, wo es eigentlich eh egal ist.

Die richtige Lederhose

Beginnen wir mit dem Wichtigsten, der Lederhose. Hier gilt: Je älter, desto besser! Idealerweise trägt man die gewählte Lederhose schon seit ein paar Generationen. Wer noch keine Lederhose hat, der sollte unbedingt auf Qualität achten. Das teuerste am Outfit ist und bleibt die Lederhose, denn sie besteht beispielsweise aus hochwertigem Hirschleder oder aus Ziegenleder. „Lederhosen“ aus Plastik oder gar Stoff? Auf keinen Fall! Letzteres ist nicht witzig, sondern peinlich. Wir empfehlen die Krachlederne, die kurzgeschnittene Hose, die kurz über dem Knie endet.

Das Trachtenhemd

Wenn wir uns an den Wies´n-Klassikern orientieren, dann braucht es die rustikale Variante mit Karo. Noch besser ist es, wenn die Knöpfe aus Horn bestehen. Kein Muss, aber auf jeden Fall traditionell und absolut korrekt. Was immer funktioniert, ist das klassische Trachtenhemd in einem leichten hellblau, bestehend aus Baumwolle. Natürlich ist auch ein weißes Hemd absolut in Ordnung, solange es einen Stehkragen hat. Geht auch Schwarz? Ist derzeit im Trend, muss aber absolut stilsicher kombiniert werden. Die Slim-Fit-Business-Hemden müssen also Zuhause bleiben und dürfen nicht mit. Wir sprechen hier schließlich vom Trachtenhemd.

Janker oder Weste?

Weils aufm Oktoberfest im September (das dürfen nur die Bayern) auch mal kalt werden kann, braucht es etwas Warmes und Regenfestes. Und damit meinen wir nicht die multifunktionale Regenjacke von Jack Wolfskin oder den Levis-Hoodie mit Kapuze. Wer Geschmack beweisen möchte, der trägt einen Janker. Gemeint ist eine hüftlange und geradegeschnittene Jacke aus Schafwolle. Für gewöhnlich trägt man sie in grau, grün oder rot, zusammen mit Knöpfen aus Horn. Wem das zu wenig „hipp“ ist, der greift zur Weste im Trachtenlook.

 

Haferlschuhe oder Sneakers?

Was für eine Frage! Mit Sneakers aufs Oktoberfest ist wie Bungeejumping ohne Seil – nichts. Man begeht also keinen angesagten „Stilbruch“, sondern macht sich höchstens zum Obst der Woche. Und auch die oft gesehenen Designer-Loafer einiger bekannter Marken sind leider nicht in Ordnung (außer im Käfer), wenn auch besser als Sneakers. Hier bleibt nur eines: Haferlschuhe, sonst nichts. Sie gibt es passend zu den Lederhosen, meist bestehend aus hochwertigem Hirschleder oder Ähnlichem.

Hosenträger, Kniesocken und Sonnenbrille?

„Alles kann, nichts muss“, gilt hier leider nicht für jeden. Hosenträger können wirklich nicht alle tragen. Und wenn, dann kommen diese meist aus Gegenden, wo dies noch üblich ist. Auf der Wies´n gehören sie nicht zum jungen Stil. Was die Kniesocken betrifft, so runden sie ein richtig gutes Wies´n-Outfit optimal ab. Allerdings nur dann, wenn man dafür die passenden Waden hat. Also entweder vorher ordentlich trainieren oder ebenfalls weglassen. Die Alternative dürfen dann aber bitte keine Nike-Sneakers-Socken mit Logo sein. Wir wollen aber nicht so streng sein. Wer eine Uhr tragen möchte, die definitiv nichts mit der traditionellen Zeit von damals zu tun hat, der darf das ausnahmsweise tun. Und auch die RayBan Pilotensonnenbrille ist noch akzeptabel, wenn denn der Rest stimmt.

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