Kopfbedeckungen im Allgemeinen blicken auf eine traditionsreiche Entwicklung von etwa 5.000 Jahren zurück. Herrscher und Könige waren es zuerst, die dadurch ihre übergeordnete Stellung demonstrieren wollten. Doch welche Hutarten tragen wir heute und zu welchen Anlässen passt der Hut?

Die Geschichte des Hutes

Werfen wir einen Blick zu den alten Griechen und Römern. Hüte wurden in Griechenland vor allem bei den Handwerkern getragen. Bei den Römern sollten in die Freiheit entlassene Sklaven, Hüte tragen. In Rom stand der Hut daher lange Zeit für Freiheit. Er wurde einem Sklaven am Ende seiner Gefangenschaft ausgehändigt. Nach dem Tod von Kaiser Nero, wurde der Hut dann gesellschaftsfähig, allerdings ausschließlich bei Männern. Frauenhüte waren unbekannt – sie trugen Spangen, Haarreife oder Tücher.

In Deutschland können wir die Entwicklung der Hüte etwa ins 10. Jahrhundert zurückverfolgen. Strohhüte wurden von den Feldarbeitern getragen. Erst im 13. Jahrhundert kam der Hut dann in der Gesellschaft an. Besonders beliebt und wertvoll waren Hüte mit Pfauenfedern oder Filzhüte und Barrets aus Seide. Tatsächlich konnten die Menschen durch das Tragen eines bestimmten Hutes ihren gesellschaftlichen Stand erkenntlich machen: Hüte aus Stoff oder Wolle kennzeichneten eine einfache Herkunft.

In Deutschland kam das Tragen von Hüten bei Frauen erst im 14. Jahrhundert. Reiche Bürgerinnen und Adlige trugen einen Hennin, einen zuckerhutförmigen Hut mit Schleier. Die kegelförmigen Hüte dominierten die Mode sogar bis ins 16. Jahrhundert. Es folgte der Zylinder, wie wir ihn heute noch kennen.

Hüte im 18. Jahrhundert als Zeichen politischer Gesinnung

Hüte wurden zu damaliger Zeit nicht als modisches Accessoire getragen. Vielmehr sollte er die politische Gesinnung preisgeben und deutlich machen, wo man in der Hierarchie der Gesellschaft steht. Heckerhüte, auch Filzhüte genannt, standen für Demokratie, überwiegend in Skandinavien. Wer eine antimonarchistische Einstellung besaß, der trug außerdem Baskenmützen. Lediglich die Strohhüte oder Ballonmützen hatten einen rein praktischen Nutzen im einfachen Volk.

Auch heute noch finden wir Hüte, die seit dem 18. Jahrhundert als populär gelten. Vor allem der Zylinder, die Melone oder der Homburger. Und jeder kennt die bekannten italienischen Strohhüte. Frauen entwickelten ihre Mode eher in Richtung Hauben, wie heute noch die kirchlichen Ordensschwestern eine tragen.

Schicke Hüte ab dem 20. Jahrhundert

Geschmückte, große und runde Hüte mit breiter Krempe und allerhand Schnickschnack, wurden erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts beliebt. Man trug Federn auf den Hüten, besondere Blumengestecke und Schnüre. Je schöner der Hut, desto höher der gesellschaftliche Stand. Ab den 20er Jahren wurden die Hüte dann kleiner und man fand erste Mützen auf dem Markt. Tatsächlich galt eine Frau bis in die 30er Jahre hinein als schlecht gekleidet, wenn sie keine Kopfbedeckung trug. Zu Zeiten des zweiten Weltkrieges ersetzten dann Kopftücher die schicken Hutkreationen, Männer trugen vor allem Schiebermützen. Man galt als Exot, wenn man nichts dergleichen trug.

Die 50er Jahre brachten die ausdrucksstarken Hüte wieder zurück, allerdings verschwand der Trend mit Aufkommen des Automobils alsbald wieder. Schließlich waren die Hüte ungeeignet, um beim Fahren vor Wind und Wetter zu schützen. Jetzt trug man Baseballcaps und Beanies. Heute tragen immer mehr Menschen wieder Trilbys, Panama-Hüte oder Flat-Caps. Und auch Cowboyhüte sind nach wie vor angesagt, wenn auch in Deutschland eher exotisch und gewagt. Allgemein betrachtet können klassische Hüte heutzutage nur noch für erstaunte Blicke sorgen.

Besondere Hutarten

  • Bowler / Melone
  • Zylinder
  • Homburg
  • Fedora /Trilby
  • Borsalino
  • Tweedmütze
  • Panama Hut / Strohhut

1. Der Bowler

Ein steifer und abgerundeter Hut, welcher 1849 erstmals in London von William Bowler gefertigt wurde. Alternative nennt er sich auch Melone oder Billycock.

2. Der Zylinder

Der Zylinderhut ist ein hoher, steifer und in der Regel schwarzer Herrenhut mit fester Krempe. Bestehend aus Filz oder Seide wird er heute noch zu besonders festlichen Anlässen getragen. Allerdings nur zu einem förmlichen Cutaway oder Frack.

3. Der Homburg

Erstmals hergestellt wurde der Homburg im Jahr 1806. Er stellt einen hohen Filz-Herrenhut mit hochgebogener und eingefasster Krempe und Mittelgriff in der Krone dar. Immer noch tragbar bei offiziellen Anlässen zum Stresemann oder zu einem schwarzen Anzug.

4. Der Fedora / Trilby

Der Fedora ist ein weicher Filzhut mit nach unten geknickter Krone. Eine Fedora Variante ist auch der Trilby mit schmalerer Krempe. Sean Connery trug den Trilby in seinen James Bond Filmen.

5. Borsalino

Winston Churchill, Roosevelt oder Al Capone trugen einen Fedora von Borsalino. Borsalino ist demnach keine eigene Hutart, wird jedoch aufgrund der Popularität der Marke unter Kennern so bezeichnet. Auch Robert Redford, Marlon Brandon oder Michael Jackson waren begeisterte Träger eines Fedora von Borsalino. Die Filzhüte wurden hier aus Kaninchen- oder Biberhaar hergestellt, was die Hüte sehr leicht und wasserabweisend macht.

6. Der Panama Hut / Strohhut

Ein Panama-Hut ist ein handgeflochtener Strohhut aus Ecuador. Verwendet wird hier feines Toquillastroh. Absolut ist dieser Hut auch heute zu moderner Freizeitkleidung tragbar.

Der Hut als modisches Must-Have?

Zugegeben, heutzutage einen Hut zu tragen, braucht vielleicht etwas Mut. Vor allem bei den Männern. Aber warum eigentlich nicht? Etwas mehr Mut zum Hut bitte! Ein weiß-beiger Panama-Hut passt absolut prima zu einer gleichfarbigen Chino oder Leinenhose. Und ja, auch zu einem Anzug kann ein lässiger Borsalino total angesagt aussehen. Wollen wir hoffen, dass der Hut bald wieder absolut zum Trend Must-Have gehört.

 

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