Der Derby Schuh ist bequem, elegant und vielseitig. So zumindest betrachtet man den klassischen Derby mittlerweile in ganz Europa. Ein komplett eigenständiges Schuhkonzept, welches hinter dem Derby Herrenschuh steht und die Männerwelt mit einem besonderen Schnitt umfangreich kleidet. Der Herr von Welt weiß daher um die Vorzüge eines Derbys, doch lassen sich inzwischen mehrere Modelle ableiten und ausmachen. So dient der Derby als Basis und Grundlage für viele weitere Schuhmodelle, was zunächst ein wenig irritierend sein kann. Gehen wir deshalb den Unterschieden und Besonderheiten auf den Grund und stellen uns die Frage, ob denn der Derby Herrenschuh inzwischen mehr ist, als nur ein Freizeitschuh.

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Von der Grafschaft von Derby hin zum modernen Klassiker

Tatsächlich sollte zunächst erwähnt werden, dass die Herkunft des Derbys nicht eindeutig geklärt ist. Man vermutet allerdings, dass eine Verbindung zum gleichnamig bekannten Grafen aus England besteht. Einer Legende nach hatte genau dieser stets ein Problem beim Schuhanziehen, bzw. beim Einstieg in diese. Ende des 19. Jahrhunderts half demnach ein Schuhmacher bei der Entwicklung von Schuhen mit einem leichten Zugang. Seither war genau dieses Konstrukt der heute bekannte Derbyschnitt. Fälschlicherweise nennt man heutzutage jedoch alle Schuhe mit einer offenen Schnürung und damit einem leichten Einstieg „Schuhe mit Derbyschnitt“. Diese müssen aber nichts mit dem ursprünglichen Derby zu tun haben.

Verzierter Derby-Schuh

Der wohl vielseitigste Herrenschuh

Ein klassischer und echter Derby besitzt zwischen 3 und 5 Ösenpaaren und lässt sich aus diesem Grund sehr einfach an- und ausziehen. Vergleichen wir diese Tatsache mit einem Oxford, so ist der Unterschied erkennbar. Was viele heutzutage nicht wissen ist, dass der Derby eigentlich ein Freizeitschuh war/ist. Und das ist auch nicht verwunderlich, betrachte man die vielen Verzierungen und Schnörkeleien auf den Schuhen, die man oftmals bei einem Derby finden kann und die diesem ein sportliches und extravagantes Aussehen geben. Und mehr noch, verschiedene Färbungen des Leders lassen die Derby Schuhe für Herren noch auffälliger werden. Letzteres ist natürlich Geschmackssache und auch nicht überall angemessen.

Typisch für den Derby ist seine offene Schnürung.

Den Derby gibt es daher auch in einer unverzierten und unauffälligen, glatten Aufmachung, sodass er in dieser Form auch zu einem Anzug getragen werden kann. Jetzt zeugt der Derby Anzugschuh von Klasse und Stilsicherheit und passt damit in fast jedes Büro. Tatsächlich harmonieren sogar die verschiedenen Brauntöne der Schuhe mit diversen Anzügen und auch legerere Kleidung kann der Schuh aufpeppen. Für besondere Anlässe und extrem wichtige Meetings allerdings, könnte ein Derby zu wenig aussagen, weswegen hierfür der klassische und elegantere Oxford eindeutig die bessere Wahl ist.

Der Budapester Derby Herrenschuh

Nein, es ist nicht wirklich sicher, ob denn der Derby Budapester tatsächlich aus Budapest, der Hauptstadt von Ungarn, stammt. Immerhin wird der hier bezeichnete Budapester, dort sogar als „Karlsbader“ bezeichnet, was ein wenig verwirrend sein mag. Und um es genau zu nehmen, ist dieser Schuh auch kein eigenes Schuhmodell mit eigener Leisten- und Schuhform. Man erkennt den Budapester aber an seinen aufgesetzten Fersenkappen und einem auffällig hohen Absatz. Auch ist er eher grob und schwerfällig im Konzept und kommt daher auch etwas grobmotorisch und unförmig daher. Schwierig wird es in Kombination mit Anzügen, weswegen der Budapester ein schicker Freizeitschuh sein kann, wenn man weite Hosen trägt, welche eine gerade Linie mit dem Absatz bilden. Andernfalls würden die Proportionen nicht stimmen und der Schuh klobig wirken.

Der Derby Blucher Herrenschuh

Ebenfalls aus der Derby Reihe entspringt der Blucher, diesmal einer eigenen Schuhform. Auch sein Ursprung ist diesmal bekannt und auf einen preußischen General (General Gebhard Leberecht von Blücher) zurückzuführen. Er fertigte die Blucher für seine Soldaten an. Nach den Schlachten um 1815 übernahm man auch im europäischen Raum diese Schuhform, wo er sich dann in den 50ern des 19. Jahrhunderts zu einem sehr beliebten Sportschuh etablierte. Später, um 1900 herum, wurde der Blucher dann sogar salonfähig.

Der Blucher gehört zu den Halbschuhen mit offener Schnürung. Die Seitenteile sind auf das Vorderteil aufgenäht, was allgemein bei den Derbys zu den Haupterkennungsmerkmalen gehört. Das vordere Schuhblatt geht in die Zunge über. Die Blucher gibt es natürlich auch mit diversen Broguings, also speziellen Verzierungen und in verschiedenen Ausführungen. Dennoch gilt auch hier der absolute Grundsatz: Je förmlicher und wichtiger der Anlass, umso schlichter bitte der Schuh!

Schuhklassiker in unterschiedlichen Variationen

Für Herren, welche einen eher breiten vorderen Fuß haben und einen erhöhten Spann benötigen, kommt der Derby eigentlich genau richtig. Der Schuh lässt ausreichend Raum und sorgt für bequemes Laufen. Der beliebteste Derby ist übrigens der „Plain Derby“, falls man sich nicht sicher ist, welcher Derby es zunächst werden soll. Der Plain Derby ist glatt und kommt ohne Verzierungen aus, generell als Allrounder zu behandeln.

Der Plain Derby kann durchaus zu formellen Anlässen getragen werden.

Wichtig zu wissen ist, dass der beschriebene Derbybogen unterschiedlich ausfallen kann. Der klassische Derby ist bogenförmig, während der Steilderby eher von unten nach oben in einem steilen Winkel ansteigt. Der Spitzderby verläuft spitz nach vorne und der Mokassinderby besitzt im Vorderblatt einen zusätzlichen Einsatz.

Eigenschaften eines Derby

Typisch für den Derby ist die Leistenform, eher elegant und mit sanften, vorsichtigen Rundungen, die ebenso sanft in die Schuhspitze übergehen. Dabei steigt der Schuh vorne nicht an und garantiert eine gute Passform, auch aufgrund der durchschnittlich breiteren Breite im Bereich der Ballen. Der Derby besteht aus feinem Kalbsleder, meist mit einem mittleren Weichegrad. Dies macht den Schuh unglaublich anschmiegsam und zart. Gleichzeitig sorgt der hohe Anteil des Leders für eine perfekte Luftzirkulation im Schuh selbst, da auf zusätzliche und unnötige Verklebungen verzichtet wird. Auch bleiben die Füße stets trocken und der Fuß im Schuh gesund.

Seitenansicht des Derbys
Die Derby Herrenschuhe von hochwertigen Schuhmachern sind generell sehr langlebig, stabil und äußerst formbeständig. Dies liegt am aufwändigen Herstellungsverfahren, wenn Schaft und Sohle mit dünnen Lederstreifen miteinander verbunden werden. Die Derbys werden dabei von Hand gefertigt und fallen nicht stückweise vom Fließband. Die aufwändige Fertigung der Volllederschuhe darf also durchaus gewürdigt werden.

Derby vs. Oxford?

An dieser Stelle sollte festhalten werden, dass man einen Derby nicht mit einem Oxford gleichsetzen sollte. Zwar darf ein echter Oxford gerne neben einem schicken Derby im Schuhregal stehen, was dem gut gekleideten Mann von heute eine solide Basis an Schuhauswahl bietet, dennoch ist die Verwendung unterschiedlich. Der Derby ist sportlich und weniger elegant, sieht aber zu Jeans und schicken Chinos durchaus gekonnt gekleidet aus. Für eintönige Büroalltage kann ein schlichter Plain Derby ebenfalls getragen werden. Ein klares Ja dazu, ob denn der Derby inzwischen mehr ist, als einfach nur ein Freizeitschuh. Schuhmacher, die qualitativ wirklich hochwertige Schuhe fertigen, haben auch Derby Modelle, die unfassbar großartig und elegant aussehen.

Aber: Die wirklich eleganten und aussagekräftigen Auftritte verschafft nach wie vor der Oxford, beispielsweise auf Hochzeiten, internationalen Businessmeetings und Präsentationen oder feierlichen Anlässen, die viel Eleganz und Klasse erfordern.